Stuttgart
Delphi-Kino: 16.09.2010 19.00 Uhr!


Deutschland 1940 – Regie: Veit Harlan – Darsteller: Ferdinand Marian, Werner Krauß, Heinrich George, Kristina Söderbaum u.a.
Das von den Nationalsozialisten in Auftrag gegebene und als antisemitischer Propagandafilm konzipierte Werk ist scheinbar an die historische Figur des Joseph Süß Oppenheimer (1698–1738) angelehnt, die Erzählung entspricht jedoch nicht den überlieferten Quellen, die im Landesarchiv Baden-Württemberg verwaltet werden. Mittels der gezielt negativen Darstellung Oppenheimers sollte der Film das Judentum allgemein diskreditieren und den zeitgenössischen Zuschauer auf weitergehende Verfolgungen der Juden vorbereiten.
Die Alliierten hatten den Film auf eine Verbotsliste gesetzt; dieses Verbot war 1955 mit den Überleitungsverträgen hinfällig geworden und nur noch in West-Berlin bis zum Jahre 1990 gültig. In Deutschland wird die öffentliche Aufführung von Jud Süß vom Rechteinhaber, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, nur mit einem begleitenden Kommentar sowie unter Auflagen gestattet und der Vertrieb des Films untersagt. Es ist uns gelungen, den Filmwissenschaftler Ulrich Kriest dafür zu gewinnen, eine Einführung in das Thema zu geben und nach dem Film für Fragen des Publikums zu Verfügung zu stehen.

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