Arne Hornung aus Kolumbien
"Die Zeit läuft"

Ich habe mich länger nicht gemeldet, da sich in den letzten Wochen so gut wie nichts ereignet hat. Der Theaterworkshop fiel fast einen ganzen Monat aus, weil niemand oder nur ein oder zwei Leute kamen. Das hatte mich schon etwas frustriert. Ich hatte es schon fast aufgegeben, dass wir noch etwas zusammen auf die Beine stellen könnten.
Gestern waren dann endlich genügend TeilnehmerInnen dort, und jedesmal wenn der Workshop zustande kommt, bin ich erneut motiviert und guter Hoffnung, dass wir ein schönes Stück aufführen könnten. Mit den Leuten zu arbeiten, macht großen Spaß, sie sind sehr interessiert, aufmerksam, freundlich, dankbar. – Und genau dies bereitet meinem Kopf einige Gedanken, weshalb eine Regelmäßigkeit der Treffen nicht einzuhalten ist.

Aufgrund von Visa-Angelegenheiten werde ich bereits Anfang Oktober aus Kolumbien zurückkehren. Für das Theaterstück bleiben uns daher noch gut sechs Wochen Zeit, was eindeutig sehr wenig ist. In dem Stück bearbeiten wir das Thema der Zwangsvertreibungen, wofür sich die TeilnehmerInnen entschieden hatten.

Das Buchprojekt stand ebenso still, da kein Termin mit den Interviewpartnern gefunden wurde. Ich hoffe, dass die letzten vier Interviews in der nächsten Woche stattfinden werden.

Der Doku-Film befindet sich im Schnitt, dies wird noch eine Weile dauern. Wir haben mit Santiago eine Deadline für Februar 2011 gesetzt.

Liebe Grüße aus Bogotá

(Anm.d.Red.: Arne ist Anfang Herbst 2009 für ein Jahr nach Kolumbien gegangen. Er wollte in einem Projekt für die Resozialisation von Kindersoldaten arbeiten. Vor seiner Abreise war er Gast in der Sendung AnStifterFunken des Freien Radios für Stuttgart. Sein Aufenthalt in Südamerika wird von den AnStiftern unterstützt.)