Stuttgarter Friedenspreis 2010 für den „Asylpfarrer“ Werner Baumgarten

Der Stuttgarter Friedenspreis 2010, der jährlich von den AnStiftern vergeben wird, geht an den Stuttgarter „Asylpfarrer“ Werner Baumgarten. Dies ist das Ergebnis von zwei Wahlrunden, die die AnStifter durchgeführt haben. Insgesamt lagen 25 Vorschläge für die Preisvergabe vor. Auf Platz 2 gewählt wurde Aminatu Haidar, die Gandhi der Westsahara, die seit vielen Jahren für die politische Selbständigkeit der Westsahara kämpft. Ihr folgt der Vorschlag, Ludwig Baumann, den Deserteur, als Vorbild für alle Soldaten zu ehren.
Verliehen wird der mit 5000 Euro dotierte Preis am 21. November 2010 im Rahmen der FriedensGala im Theaterhaus.
Werner Baumgarten ist seit 1991 als Asylpfarrer der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart tätig. Seit 2001 hat sich in enger Kooperation mit dem Diakonischen Werk Württemberg sein Dienstauftrag auf den Bereich der württembergischen Landeskirche ausgedehnt. Baumgarten leitet seitdem beispielsweise auch den Kreis der Beauftragten für Asyl und Migration der 52 württembergischen Kirchenbezirke und ist Ansprechpartner für Gemeinden, die erwägen einem Flüchtling Kirchenasyl zu gewähren.
Der 1950 in Grötzingen geborene Werner Baumgarten hat Theologie und Germanistik in Tübingen und Heidelberg studiert und wurde 1982 Pfarrer an der Pauluskirche im Stuttgarter Westen. Seit 1991 sind jährlich bis zu viertausend Flüchtlinge, die bei ihm Rat suchen, seine „Gemeinde“.
Werner Baumgarten, Vorsitzender des Arbeitskreises Asyl steht im Spannungsfeld zwischen Menschenrechten, deren Umsetzung in praktische Tagesarbeit und der Fürsorge für den einzelnen Flüchtling. Er leistet seit vielen Jahren eine herausragende Arbeit für Frieden und Verständigung „vor Ort“. Für Flüchtlinge und Asylanten zu arbeiten, heißt auch, Forderungen an Politik und Gesetzgeber zu stellen. Pfarrer Baumgarten und der AK Asyl fordern: Uneingeschränkte Arbeitserlaubnis für Asylbewerber; Dezentrale Unterbringung in menschenwürdigen Wohnungen; Rücksicht auf kulturelle/religiöse Zusammengehörigkeit;Recht auf Kindergarten- und Schulbesuch; Integrations- und Beschäftigungsangebote; Anerkennung der Rechte sog. „Illegaler“; Anerkennung von Folter als Asylgrund; Tolerantes Zusammenleben von Deutschen und Ausländern; Aufhebung der Residenzpflicht. Mit der Aktion „Lampedusa“ fordert der AKA, leerstehende Unterkünfte wenigstens übergangsweise für notgelandeten Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, um die unmenschlichen Zustände der europäischen Flüchtlingspolitik zu mindern. Der AKA organisiert gemeinsam mit seinen vielen durch Sprache und Kultur unterschiedlich „georteten“ Asylbewerbern Veranstaltungen und Treffen, in denen sie öffentlich zu Wort kommen und ein Stück ihrer Heimat, Kultur und Wertvorstellungen präsentieren. Werner Baumgarten stellt sich als Ideengeber und Motor in den Dienst dieser Arbeit, zu der der jährliche Asylausflug, der Tag des Flüchtlings uvm gehören. Baumgarten ist weit über die Stadt hinaus ein geschätzter und gefragter Fachmann, Redner, Ratgeber und Diskussionsteilnehmer. Jeder Hilfesuchende erhält Begleitung, Hilfe, Aufklärung und Motivation für den Alltag. Konflikte zwischen gesellschaftlichen Gruppen abzubauen und zum gegenseitigen Verstehen beizutragen, ist praktische Friedensarbeit, die Werner Baumgarten seit 30 Jahren erfolgreich leistet. In diesem Jahr wird er 60.
Büro: Asylpfarrer Werner Baumgarten, Postfach 10 02 21, 70002 Stuttgart, Telefon 0711/63 13 55, Fax 0711/636 97 37, „ak . asyl-stuttgart @ t – online . de“ (ohne Anführungszeichen und ohne Leerzeichen!) oder „baumgarten . w @ lmdw. elk – wue .de“ (ohne Anführungszeichen und ohne Leerzeichen!)

2 Gedanken zu „Stuttgarter Friedenspreis 2010 für den „Asylpfarrer“ Werner Baumgarten

  1. Sehr geehrter Herr Baumgarten,
    nehmen Sie doch mal bitte eine Zigeunerfamilie be sich zu Hause auf.
    Nur mal so für eine Woche.
    Und danach sprechen wir uns wieder
    mfG. Pierre Sanderge

  2. Betr.: Sinti Roma und Sonderrechte

    Vor dem Gesetz sind alle gleich.
    Es ist genug mit dem, was uns einzelne Kirchenvertreter zumuten. Gibt es für den Herrn Pfarrer nicht genügend soziale Aufgaben im eigenen Land? Zum Beispiel Kinderarmut?
    Im übrigen ändert man immer dort am Besten etwas, wo man Missstände an der Wurzel packt. Also: auswandern.

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