Nachbemerkung zur Sendung vom 13.07.2010

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Sendung zu machen und vorzubereiten. Dass wir gestern keinen sekundengenauen Programmablauf hatten, sondern nur ein ungefähres Ablaufraster mit den Titeln und Längen der Wortbeiträge hat überraschenderweise dazu beigetragen, dass es weniger Stress gab, obwohl man leider nie wußte, ob man Zeit für ein lockereres Gespräch im Anschluss an den einen oder anderen Beitrag hatte; das lockerer Gespräch gab es leider nur nach einem Beitrag.

Wichtig war m.E. auch, dass das Verständnis dafür, dass Beiträge eher kürzer als lang sein sollten, für alle erlebbar gemacht wurde und wir uns für zukünftige Sendungen auf ein Limit von z.B. 5 Minuten/Beitrag zumindest informell einigten, um z.B. auch mehr Zeit für Gespräche über Beiträge (oder Musik) zu haben. Störend war während der gesamten Sendung, dass bestimmte Wortbeiträge im Studio nur mit einem leichten Schnarren (in den Kopfhörern) wahrgenommen wurden, ein „Schnarren“, dass draußen vor den Radios, so hofften wir, nicht hörbar war. Im Großen und Ganzen lief die Sendung ohne Probleme ab; trotzdem gibt es sicherlich noch viele Dinge, die wir verbessern können.
Im Einzelnen war die Einführung ganz zu Beginn etwas zu kopflastig und .. zu lang. Die erste Musik Oh Yeah (Yello) hätte besser ins Endlosband des Freien Radios gepasst. Angenehm „oberflächlich“ der zweite Beitrag, das Interview mit Monika, das auch hätte kürzer sein können. Die zweite Musik El canto del pilon (évasion) fängt viel zu leise an und ähnelt anfangs doch sehr einem Sendeloch. Zum Beitrag „Vergessene.. Victoria Wolff“ wurde schon an anderer Stelle viel gesagt. Beiträge mit so einer Länge – über 12 Minuten – sind in Zukunft hoffentlich nicht mehr sendefähig. Das Musikstück Historias (Rodrigo Leao & Cinema Ensemble) hätte ohne Ansage besser zu „Victoria Wolff“ gepasst; hier wäre vielleicht die Absage doch besser gewesen. Das Schwere, Pathetische mit den vereinzelten, helleren Stellen gefällt mir. Die hohe Damenstimme erinnert mich an die Erkennungsmelodie von „Das Lied vom Tod“. Die Stimme von Helmut mit dem Telefonhinweis hätte etwas näher ans Mikrofon gehört, finde ich. Außerdem glaube ich nicht, dass immer angekündigt werden muss, wer welchen Beitrag gemacht hat. Die Musikansage wiederum von Dil Ki Doya (Paban das Baul & Sam Mills) unterbricht doch sehr den Fluss der Beiträge. Mein Vorschlag: KEINE ANSAGEN MEHR. ES LEBE DIE PLAYLIST. Dadurch kann man ja auch wieder auf die Website der Anstifter hinweisen. Die Musik nach „Das Senden der andern“ ist für mich gut. Zum Beitrag „Alles, was Recht ist“ fällt mir auf, dass die Ankündigung des Interviews von Richter Beer drei Kilometer vor dem Interview stattfindet. Dann kommt noch die Begründung der Musik, dann die Musik und dann erst das Interview mit Hrn. Beer. Die Distanz ist für mich zu groß. Die Musik ist und bleibt etwas sehr Feines. Die Lautstärkenprobleme sind jetzt kaum oder gar nicht zu hören. Warum wird Hr. Beer nicht gefragt, warum er bei der Initiative ist, bei der er heute mitarbeitet? Wie stark ist der rhetorische Charakter der gestellten Fragen? Schön die Frage nach den persönlichen Konsequenzen! Interessant ist, dass (nur ?) die jüdische Großmutter das Interesse an der Sache begründet. Und nur ein kleines Detail: Interviews werden – als menschliche Begegnung – „beendet“ und nicht abgebrochen: in der Regel bedankt oder verabschiedet man sich! Die Musik hätte im Anschluss an der Interview etwas „anders“ sein können, vielleicht ruhiger, tragender oder nicht so flötenhaft (ich kann Musik nur sehr schlecht beschreiben). Die Ankündigung von „Dorf..“ hätte etwas mehr den Beitrag zum Inhalt haben können. Wann ist Monika dort gewesen? War das für Dich, Helmut, eine Entdeckung? Hat Dich das Thema interessiert? Du sagst, was wichtig ist und beschreibst richtig das einfache Leben. Aber „wer profitierte, wer wurde zum Opfer“ hat damit nichts zu tun. Vor dem Musikstück Kilyoum (Souad Massi) gibt es dann „endlich“ das erste Sendeloch. Da war wohl der neue Techniker (ich) nicht bei der Sache. Der Ton von „Willy..“ ist leider etwas schlecht. Schuld ist, so kann ich heute sagen, das alte Computer-Mikrofon. Dieser Beitrag hätte vielleicht noch etwas mehr an den „Dorf..“-Beitrag angepasst, eingeführt werden müssen. Es tut mir Leid, dass „Willy …“ mein Beitrag ist, aber der Anschluss der Musik zeigt doch auch, was mit einer relativ einfachen Musik möglich ist. Gut ist das Gespräch, das ich interessant finde. Sehr zufrieden bin ich mit meiner Beziehung zu dem Mikrofon am Mischpult. So muss eine Stimme sich mindestens anhören. Helmuts Stimme kommt bei diesem Gespräch vom Gästemikrofon, das sich deutlich schlechter anhört. Aufpassen muss man bei einem solchen Nach-Gespräch, dass man nicht zu sehr abdriftet und über Dinge beginnt zu reden, die nur sehr, sehr indirekt mit dem Anlass des Gesprächs zu tun haben. Der Händytext kommt in der Einleitung deutlich klarer über als bei der Einspielung, die mitunter viel zu dumpf klingt. Ich hätte sehr gerne über diesen Eco-Text polemisiert. Das hätte dann im Studio recht lebendig hergehen können. Um kurz vor Mitternacht. Aber dafür gab es leider keine Zeit. Die Stimme von Beate finde ich gut. Auch finde ich die Qualität der Lesung besser als beim letzten Mal. Die Musik von Dvorak, die danach kommt, halte ich für ziemlich daneben. Auch wegen der viel zu leisen Stellen. Ein Fehlgriff. Wer um diese Zeit (23:45 Uhr) slowakische Tänze hört macht irgendwas falsch. Dem Beitrag „Handys und Keksdosen“ fehlt die Einleitung und der Abspann. Mit anderen Worten: hier fehlt ein Gespräch. Beim Abspann, der gut, kurz und verständlich überkommt, fehlt der Hinweis auf die Website der Anstifter und die Anstifter überhaupt. Oder?

0 Gedanken zu „Nachbemerkung zur Sendung vom 13.07.2010

  1. Ich muuuuuus euch loben, dass ihr euch soviel arbeit macht. Die sache mit der Playlist ist eine gute idee, vor allem, weil man dann auf die webseite verweisen kann und alle, die es genauer wissen wollen, dort vielleicht (??) sogar nochmal hören können?

    Und: dass man ruhig merken darf, dass wir ein professionelles radio machen, wenn auch mit bescheidenen mitteln.
    grüssle rundum
    peter