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Den Söhnen des lybischen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi scheint das Fernsehprogramm im eigenen Land nicht mehr unterhaltend genug zu sein. Nach dem „diplomatischen“ Konflikt mit der Schweiz, deren Anlass die Klage von zwei Hotel-Bediensteten war, die angaben, von einem der Söhne Gaddafis (Hannibal) und dessen Frau „wiederholt misshandelt worden zu sein„, sucht Saif al Islam, ein anderer Sohn Gaddafis, nun größere Herausforderungen. Mit der Erfahrung, die er im Zusammenhang mit dem Lockerbie-Anschlag, der Berliner Diskothek La Belle und anderen Freizeitbeschäftigungen gemacht hat, was könnte da schöner sein, als eine humanitäre Friedensmission zur Unterstützung der Bevölkerung Gazas. Ganz in der Tradition so friedliebender Organisationen wie IHH, Milli Görüs, BBP und anderer. Weil das Wohlergehen, die Freiheit und das friedliche Miteinander ihrer Bürger im eigenen Land in nahezu paradiesischer Vollkommenheit Realität geworden ist, ist es selbstverständlich, dass Staaten wie Iran, Syrien und die Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija (kurz Lybien) nun friedvoll das internationale Geschehen mitbestimmen wollen und die Fahne des Humanismus hochhalten. Dass der lybische Kapitän des besagten Schiffs gegen 11:00 Uhr MEZ zur Besinnung gekommen ist und nun einen ägyptischen Hafen anläuft, so Reuters, erleichtert mich. Möge er der „Friedfertigkeit“ der Herren Gaddafi unbeschadet entkommen!(bk)