Das Senden der andern
Die Büchersendung im Kulturpalast (Burkhard)

Sabine Gärttling ist AnStifterin und macht jeden 1. Sonntag im Monat zur Kaffeetrinkens-Zeit um 15.00 Uhr die Büchersendung. Sabine ist seit 1993 beim Freien Radio. Bevor sie drei Jahre später zum ersten Mal senden durfte, hat sie dafür kämpfen müssen.

Sabine, Du machst eine Büchersendung innerhalb des Kulturpalastes. Was machst Du da? Autoren kommen, kleine Verlage werden vorgestellt, manchmal schneide ich Literaturveranstaltungen mit. Ich bin seit 1993 dabei. Es musste erst einmal für das Freie Radio gekämpft werden. Wir mussten also 3 Jahre kämpfen. Wir hatten keine Sendeerfahrung. Wir mussten theoretisch darum kämpfen. Eine große Bandbreite von Initiativen war das. Es hat lange gedauert, bis es umgesetzt wurde. Du hast von Anfang an den Kulturpalast gemacht? Ich arbeite im Kiss-Stuttgart. Das ist eine Selbsthilfeinitiative, die das FRS mitgebründet hat. Dann wollte ich etwas machen, was mich auch privat interessiert. Eine Redaktion, die dann schließlich die Büchersendung wurde im Kulturpalast. Der Kulturpalast ist politische Kultur, Musik, Krautrock. Anfänglich war die Kulturredaktion eine Abspaltung der Klassik-Redaktion. Da gab es personelle Wechsel. Die Sendung wird Sonntags ausgestrahlt. Am ersten Sonntag im Moant.
zum Kaffee-Zeit. Ich habe einen Schwerpunkt auf nicht so bekannte Autoren. Ein lokales Bezug ist wichtig. Und dann gucke ich, wer mich interessiert. Und dann frage ich die Leute „hemmungslos“ aus. Ich spreche mit den Eingeladenen vorher über was wir reden. Ich überlasse es den Eingeladenen auch, was sie vorlesen wollen und ich lasse sie oft auch Musik selbst mitbringen. Das rundet das Bild ab. Eine Sternstunde waren die Literaturnächte. In der alten Redaktion. Damals in der Falbenhennenstraße. Abends um 11 kamen 30 Autoren ins Studio und wir haben bis morgens non-stopp gesendet. Später in den neuen Räumen ging das nicht mehr so. Was gibt es für unangenehme Situationen? Ja, mir passiert immer mal etwas. Aber das schöne ist, dass man nicht so perfekt sein möchte. Eine lockere Atmosphäre ist wichtig. Wir unterhalten uns so wie am Küchentisch. Gab es Sendelöcher? Ja, als das Studio umgestellt wurde hatte ich anfangs Probleme und war recht nervös. Welche anderen Sendungen hörtst Du. Leider empfange ich das FRS nicht gut hier auf der Rosenbergstraße. Ich weiß nicht woran das liegt. Es gibt da sehr viele Störungen. Ich mag das gemeinsame Gespräch in der Kulturredaktion. Manchmal höre ich die AnstifterFunken. Jazz mag ich sehr. Da gibt es ja JazzFunkt immer mit sehr hoher Qualität. Ich höre fast nur DeutschlandradioKultur. Gerne habe ich die Wurfsendungen dort. Dort nimmt man sich auch Zeit. Über die Hörer/innen weiß ich wenig. Ob es 5, 50 oder 500 sind, keine Ahnung. Finn-Ole Heinricht habe ich über dieZusammenarbeit mit den Schriftstellerhaus wahrgenommen. Eine erstaunliche Person. Was machst Du sonst noch im Freien Radio? Ich war lange im Vorstand hatte dann aber nicht merh die Zeit. Wir machen unseren redaktionellen Putzdienst. Aber das geht auf und ab.