Stuttgarter Friedenspreis 2010
Vorschlag: 26. Zochrot (= Erinnern)

26. Zochrot (= Erinnern)
In der aktuellen Situation im Nahen Osten verdienen israelische Initiativen, die gegen den Mainstream der israelischen Politik für einen gerechten Frieden arbeiten, unsere Anerkennung und Unterstützung.
Zochrot ist eine israelische Organisation, die das Bewusstsein für die naja, die palästinensische Katastrophe von 1948,´fördert. Im Verlauf der Nakba wurden mehr als 750.000 Palästinenser gezwungen, ihre Häuser aufzugeben, und etwa 500 palästinensische Ortschaften wurden zerstört. Die Nakba ist ein unausgesprochenes Tabu im öffentlichen Diskurs in Israel. Die Erinnerung daran verflüchtigte sich ebenso in der offiziellen Geschichtsschreibung des Landes wie in der konkreten, physisch vorgegebenen Landschaft. Die Nakba ist sogar das zentrale Trauma des israelisch-palästinensischen Konflikts. Ihre Erblast entfaltet sie heute: in der Institutionalisierung von Ungleichheit und Gewalt, in der Auslöschung der Vergangenheit und in der sich verschlechternden Notlage der palästinensischen Flüchtlinge. Die Aktivisten von Zochrot sprechen über die ‚Nakba in Hebräisch’, und wollen so die Öffentlichkeit dafür gewinnen, über die Nakba zu lernen und Verantwortung für sie und ihre andauernden Folgen zu übernehmen. Eine gerechte und durchführbare Lösung für den Konflikt muss nach Ansicht von Zochrot gegründet sein auf dieser Anerkennung der Nakba und auf der Einhaltung der Gleichheit für alle Menschen der Region, einschließlich des Rechts der Flüchtlinge heimzukehren in einen Staat, der allen Bürgern gehört unanhängig von Religion und ethnischer Herkunft. Zochrot wurde 2002 von Eitan Bronstein, einst israelischer Lehrer an der Friedensschule von Neve Shalom/Wahat al-Salam, gegründet, wo Juden, Muslime und Christen gleichberechtigt zusammenleben. Dort wurde er auch auf die vom „Jüdischen National Fond“ nach Vertreibung der Palästinenser auf deren Gebiet errichtete Parks aufmerksam – auch auf den Baden-Württemberg-Park in der Negevwüste. Zochrot organisiert Touren zu palästinensischen Orten, die 1948 zerstört wurden, sammelt die Zeugenaussagen von Überlebenden arbeitet mit regionalen Lehrergruppen zusammen, und beherbergt im Learning Center Tel Aviv beherbergt Archivmaterialien über die Nakba.
Es ist die einzige und umfangreichste online Quelle zur Nakba in Hebräisch Vorschlag: Harald Stingele, Karl Schmidt, Adnan Nasser. Mehr: kpo.schmidt@T-Online.dewww.zochrot.org.

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Ein Gedanke zu „Stuttgarter Friedenspreis 2010: Vorschlag: 26. Zochrot (= Erinnern)

  1. Nachdem ich unter zochrot.org nur eine Seite in arabisch (und englisch) finde, habe ich bei Wikipedia mal nachgesehen, was „Nakba“ bedeutet und war ganz froh, als ich sah, dass es in der arabischen Welt auch ein Wort für „Geschehnisse“ gibt, die man im Hebräischen mit „Shoa“ bezeichnet. Beide Worte bedeuten, wenn ich Wikipedia folge, „Zerstörung“,“Unglück“, „Katastophe“. Naiv wie ich bin, dachte ich zuerst, beide Worte würden sich auf dieselbe geschichtliche Katastophe beziehen, nämlich die industrielle Massenvernichtung jüdischer Frauen, Männer und Kinder in Europa und, vor allem, in Deutschland. Das ist aber nicht der Fall, denn, so Wikipedia, mit „Nakba oder an-Nakba“ ist „im arabischen Sprachgebrauch die Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948 auf dem Boden des früheren britischen Völkerbundsmandats“ gemeint. Als ich kurz innehalte, läuft mir ein Schauer über den Rücken: während die mit „Shoa“ bezeichneten Ereignisse nicht mehr rückgängig zu machen sind, gibt es für das mit „Nakba“ bezeichnet Ereignis eine Lösung: nämlich die Beseitigung des Staates Israel. Was haben sich die Herren Stingele, Nasser und Schmidt nur dabei gedacht, etwas Derartiges für den Wettbewerb um den renommierten Stuttgarter Friedenspreis zu präsentieren?

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