Stuttgarter Friedenspreis 2010
Vorschlag: 09. Aminatu Haidar – die “Gandhi der Westsahara”.

09. Aminatu Haidar – die “Gandhi der Westsahara”.
Die Fußballaugen der Welt richten sich nach Südafrika – unsere Augen schauen auf die Flüchtlinge auf dem afrikanischen Kontinent. Aminatu Haitar ist Bürgerin eines Landes, das es im Grunde gar nicht gibt. Die Republik Westsahara wurde vom Königreich Marokko völkerrechtswidrig besetzt, weil es eine der weltgrößten Phosphatvorkommen besitzt. Seit über 25 Jahren kämpft Frau Haidar für die politische Selbständigkeit der Westsahara. 1987 wurde sie zusammen mit vielen anderen Frauen mehrere Jahre ohne Anklage gefangen gehalten. 2005 hat sie sich mit zwei Menschenrechts- und Friedens-aktivistinnen für bessere Haftbedingungen von politischen Häftlingen in Marokko eingesetzt und wurde selbst wieder inhaftiert. Sie trat in den Hungerstreik und kam erst frei, als sich EU-ParlamentarierInnen für sie einsetzten. Auf der Rückreise aus den USA wurde sie nicht mehr in ihr Heimatland gelassen.
Als Akt des zivilen Ungehorsames gab sie auf dem Einreiseformular als Staatsangehörigkeit „Sahrauisch“ statt an und geriet sie in die Mühlen von Willkür und Repression marokkanischer und spanischer Behörden. Nach einem 34 Tage dauernden Hungerstreik auf Lanzarote erlaubte ihr Spanien die Einreise nach Westsahara, wo Frau Haitar am 18.12.2009 erkrankt eintraf. Durch diese Aktionen geriet sie in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit und machte aufmerksam auf die Lage von 170 000 Flüchtlingen in algerischen Lagern, die ihre Heimat verlassen mussten. Wir wünschen, dass der Stuttgarter Friedenspreis 2010 an Aminatu Haidar geht – stellvertretend für all die Sahauris, die aus politischen Gründen in Marokkos Gefängnissen inhaftiert werden. Dazu zählt auch Ali Tamek, einer der angesehenen Menschenrechtler und Vertreter des “friedlichen Widerstands” der Sahauris in der Westsahara. Vorschlag: Evelin + Wolfgang Manuel Simon, Shahla Blum, Ursula Weckherlin
Mehr: Westsahara: Atlas der Globalisierung 2009, le monde diplomatique

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2 Gedanken zu „Stuttgarter Friedenspreis 2010: Vorschlag: 09. Aminatu Haidar – die “Gandhi der Westsahara”.

  1. Das einzige, was man über Aminatou Haidar sagen kann, ist, dass sie in ihrer Demarche zur Verteidigung der Menschenrechte von einer Verteidigerin der Menschenrechte in der Westsahara zu einer Separatistin übergangen ist, die von Algerien sponsorisiert ist. Aminatou Haidar ist Ghandi fern. Sie hat nichts zu tun mit Ghandi und mit den Ideen Ghandis. Und auch wenn Aminatou Haidar alle Preise der Welt gewänne, ändert dies nichts an der Legitimität Marokko gegenüber der Westsahara und der Angebundenheit der unionistischen Sahraouis gegenüber ihrer marokkanischen Nationalität.

  2. Der vorhergehende Kommentar ist eine Meinung, die eine Seite in diesem Konflikt vertritt. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass jeder Nominierte bei Friedens- oder Menschenrechtspreisen meist in einem kontroversen Feld tätig ist. Man sollte mit der Bewertungen von Meinungen beider Seiten vorsichtig sein und sich genau den Verlauf der Dinge ansehen und die einschlägigen Gutachten und Beschlüsse. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die genannte Legitimität Marokkos gegenüber der Westsahara ist keine klare Angelegenheit, wie es hier möglicherweise dargestellt werden soll. Ja, Marokko hat vor der spanischen Kolonisierung des Gebietes Beziehungen mit einigen Beduinenstämmen unterhalten, aber dies genügt nicht um einen Anspruch abzuleiten. Das könnte man nun auch als Meinung sehen. Diese kommt aber nicht von mir, sondern ist die Meinung eines 16-köpfigen Gremiums des Internationalen Gerichtshofes:
    http://www.icj-cij.org/docket/index.php?sum=323&code=sa&p1=3&p2=4&case=61&k=69&p3=5
    Diese sagt aus, dass auf Basis der Resolution 1514 der Vollversammlung der Vereinten Nationen von 1960 die Bevölkerung eines Gebietes, das von einer Kolonialmacht verlassen wird, das Recht auf Selbstbestimmung hat: http://en.wikisource.org/wiki/UN_General_Assembly_Resolution_1514
    Dies wurde ebenso in der Waffenstillstandsvereinbarung von 1991 berücksichtigt und es hätte eigentlich schon lange ein Referendum über der Bevölkerung über den Status der Westsahara geben sollen. Welche Seite das eher verzögert? Darüber möchte ich nicht spekulieren, da mir dazu der Einblick fehlt.

    Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille

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