Redaktionstreff am 08.05.2010

Es waren da: Thomas, Hans, Beate, Armin, Burkhard (Monika kam später)
Der Rückblick auf die letzte Sendung nahm uns nicht lange in Anspruch. Angemerkt wurden im Wesentlich die „technische Perfektion“, mit der die Sendung ablief, und die fehlende Lockerheit der Moderators.

Auf einzelne Beiträge wurde nicht eingegangen. Angemerkt wurde kritisch, dass man mit den Beiträgen von Hermann nicht so umgehen könne, dass sie einfach nicht gesendet würden; dass die Beiträge nicht in einer sendefertigen Version vorlagen nahmen die Anwesenden zur Kenntnis und Hans erklärte sich bereit, den einen oder anderen Beitrag für die nächste Sendung am 08.06.2010 zu lesen.
Innerhalb der Planung für die nächste Sendung stehen einige zum wiederholten Mal verwendete Elemente fest. So macht Monika wieder einen Beitrag über vergessene Schriftstellerinnen: diesmal über eine Fr. Hoffmann, deren Vornamen ich nicht mehr parat habe. Ich (Burkhard) werde im Rahmen der Reihe „Das Senden der anderen“ versuchen, mit einen Redakteur einer anderen Sendung des FRS zu sprechen. Als zu erwähnendes Anstifter-Projekt haben wir das Hotel Silber anvisiert. Die Idee kam von Thomas, der gerne nach Art einer Glosse etwas über die Griechenlandthematik machen würde. Er wird sich mit Helmut absprechen, der eine Griechin an der Hand hat, die er evtl. interviewt. Hans würde gerne unter „Nutzung“ der Fellbacher Moschee etwas über den Umgang von Moslems mit Demenz bringen. Beate bleibt weiter am Thema Entega und Café Endlager und will die Organisation „Urgewald“ präsentieren, auf die sie im Zusammenhang mit der Vorbereitung ihres Beitrags für die letzte Sendung gestoßen war. Mein Vorschlag als Gute-Nacht-Geschichte einen Text von Finn-Ole Heinrich zu verwenden wurde ohne Kommentar durchgewunken; der Schriftsteller ist ab Donnerstag, 1. April, als Stipendiat der Stadt Stuttgart für drei Monate zu Gast im Schriftstellerhaus untergebracht und war im Mai in einer Feien-Radio-Sendung der AnStifterin Sabine Gärtling zu hören. Erwähnt werden wird in der nächsten Sendung ebenfalls der Plakatwettbewerb der AnStifter, über dessen Preisträger wahrscheinlich Anfang Juni entschieden wird. Armin wird sich das nächste Mal wieder um die Technik und um die Musik kümmern. Wünschenswert wäre, dass ihm hier jemand zwecks Anlernung beisteht. Armin hat in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Technikwörkschops hingewiesen, die Bedingung sind, um im Freien Radio senden zu dürfen. Ein entsprechende Teilnahme wird hiermit ausdrücklich nahegelegt.
Im Zusammenhang mit dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ wurde der Redaktionsschluss des Modulators erwähnt, für den bis Anfang Juni die Ankündigungstexte der Sendungen für Juli und August. Hier Sendungen mit deren tatsächlichen Inhalten anzukündigen wäre zwar anstrebenswert, aber im Moment noch nicht machbar. Verwiesen werden soll also mit einer allgemeineren Darstellung der Anstifter auf die AnStifter-Website. Ich (Burkhard) (evtl auch Beate) werde am nächsten Plenum des Freien Radio am 2.6. um 19.00 Uhr teilnehmen und mich evtl. um einen neuen Sendeplatz bemühen.
Das nächste Redaktionstreff findet am Freitag, dem 4. Juni 19.00 Uhr bei Buch+Plakat statt. Burkhard

0 Gedanken zu „Redaktionstreff am 08.05.2010

  1. Hallo!

    Habt Ihr Euch vorgenommen die Technik zu machen? Armin ist jetzt noch, wenn ich richtig zähle, zwei Mal dabei. Ich bin jetzt auch mal so frei und ziehe den Redaktionsschluss für die nächste Sendung vor, damit ich am Dienstag normal MEINER Arbeit nachgehen kann und das, was für Anstifterfunken zu machen ist, auf das Wochenende verteilen kann.

    Eine kurze Sache zu „Das Senden der anderen“ diesmal mit Sabine Gärttling ist fertig. Am Montag kommt eine kurze Sache zum Plakatwettbewreb dazu. Als Drittes habe ich Kontakt für den Beitrag zum Hotel Silber angebahnt.

    Und sonst?

    Gruß, Burkhard.

  2. Hallo Burkhard,

    leider kann ich am 4. Juni wieder nicht zur Redaktionssitzung kommen, meine Partnerin hat Geburtstag.
    Wie bereits angekündigt, werde ich den Buchbesprechungsbeitrag ändern, aktualisieren (und kürzen) und ihn dir zumailen. Am 6. Juni wird das Dokumentationszentrum zum KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen im Rathaus von Tailfingen offiziell eröffnet und ein Mahnmal auf dem ehemaligen Flugplatzgelände eingeweiht. Dazu werde ich auch was sagen.
    Zur Sendung am 8. Mai werde ich kommen.

    Gruß! Helmut

  3. Hallo Burkhard, überrascht hatte ich gelesen, daß du beim nächsten Plenum einen anderen Sendeplatz beantragen willst. Wenn ich richtig liege ist das aber mit der Redaktion nicht abgesprochen oder habe ich da was nicht mitbekommen? Dann möchte ich noch auf Wunsch von Monika ein Gespräch mit dir und Peter führen, außerdem werde ich wohl dabei bleiben, nachdem die letzte Sendung so gut geklappt hat. Dir ein schönes Wochenende und bis zum 04.06.10, Armin.

  4. Hallo Burkhard,

    ich muss Dir gestehen, dass ich jetzt langsam wirklich Probleme bekomme, beim AnstifterFunken weiter mitzumachen. Du stellst Bedingungen für die Annahme meines Beitrags („wenn Du einen originellen Ansatz findest, der …“), die ich nicht erfüllen kann und will. Ich habe eine andere politische Sozialisation als Du, habe aus meinem Politik- und Geschichtsstudium möglicherweise andere Erkenntnisse gewonnen als Du sie hast und ich vertrete wohl in Teilen auch andere politische Positionen. Wenn ich in meiner eMail von Anfang Mai geschrieben habe, dass die Redaktionsmitglieder die Beiträge in ihrer Unterschiedlichkeit was Konzeption und Inhalt anbelangt, “ertragen” können müssen, dann meine ich gerade dies: Wir arbeiten alle beim AnstifterFunken mit und tun dies, weil wir (nehme ich an) bestimmte („linke“) Grundüberzeugungen haben und (über das Radio) kommunizieren wollen. Vorhandene inhaltliche Differenzen sollten „ertragen“ werden. Wenn, um nur ein Beispiel zu nennen, Hermann Zoller einen Beitrag zur „Krise“ macht und ich seine Analyse nicht teilen sollte, sage ich ihm dies, aber ich würde nie (wenn die Analyse in sich schlüssig und nicht dilettantisch ist) seinen Beitrag nicht senden wollen.
    Deine Einschätzungen, was die Vorgänge um die Eröffnung des DOKU-Zentrums in Tailfingen am 6. 6. angeht, teile ich überhaupt nicht. Du siehst eine „Widersprüchlichkeit“ wenn Du schreibst, dass die „Bevölkerung“ damals Juden umgebracht habe und ihnen heute ein Denkmal setzt. Dieser „Erkenntnis“ folgend, könnte man auch sagen: Die „Bevölkerung“ hat „damals“ Behinderte und seelisch Kranke in Grafeneck umgebracht und heute malt sie eine Erinnerungsspur von Grafeneck zum Ort der Schreibtischtäter in der Dorotheenstraße. Ich erspare mir weitere Beispiele. Den Anhängern einer derart primitiven Kollektivschuldthese, sogar über Generationen hinweg (die ich längst überwunden glaubte) sage ich nur: Wir Nachgeborenen sind Teil der „Bevölkerung“, haben aber keine Juden umgebracht und diesbezüglich keine Schuld auf uns geladen. Aber wir haben die Verantwortung dafür, dass das, was in deutschem Namen damals verbrochen worden ist, nicht dem Vergessen anheim fällt sondern erinnert wird und dass solche Verbrechen niemals wieder geschehen dürfen. Wenn Du das als ein „tradiertes Argument“ nennst, dann bin ich gerne Traditionalist.
    Zu dem gewählten NPD-Kreistagsabgeordneten, nachweislich ein Geschichtsfälscher (die jüdischen KZ-Häftlinge waren „jüdische Kriegsgefangene“), ein Antisemit, ein Ausländerfeind, eine Neonazi eben: Seine Wahl bei den jüngsten Kommunalwahlen in Sindelfingen ist eine Schande. Aber er ist natürlich Teil der „Öffentlichkeit“, aber ich muss ihn nicht zu einer Veranstaltung zur Einweihung eines Mahnmals zum Gedenken an 600 jüdische KZ-Häftlinge (am 6. Juni in Tailfingen) einladen (und ihn den Überlebenden zumuten) wie es der Bürgermeister der gemeinde Gäufelden getan hat. Inzwischen ist der öffentliche Druck auf ihn (auch von Seiten seiner Partei, der GRÜNEN) offenbar so stark geworden, dass er den NPD-Mann wieder ausgeladen hat. Jetzt kann man darauf gespannt sein, ob und wie die Neonazis am 6. Juni reagieren werden. Die frühere SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des regionalen Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“, Birgit Kipfer, hat mir gesagt, dass für die Veranstaltung wohl Polizeischutz angefordert werden müsse.
    Zu Deiner Feststellung, wonach Katholiken und Faschisten eher gut als schlecht zusammenpassten: In dieser Pauschalität trifft das nicht zu. Für Spanien zur Zeit des Bürgerkriegs (und noch danach) gilt das zweifellos, für Deutschland nicht. Da hatten „die Protestanten“ (zugegeben: auch dies eine eigentlich unzulässige Pauschalisierung) weniger Berührungsängste als „die Katholiken“. Es gab eben einen protestantischen Reichsbischof und keinen katholischen Reichskardinal (die Erklärung für diese Tatsache würde hier zu weit führen). Und wenn man sich die Wahlergebnisse vor 1933 in den Orten um Herrenberg/Rottenburg/Gäufelden herum ansieht, sieht man Deine Feststellung auch nicht bestätigt. In mehrheitlich katholischen Gebieten (Erbe der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich), z. B. in Hailfingen und insbesondere in Rottenburg und Oberndorf, wurde mehrheitlich das Zentrum gewählt, während die NSDAP in protestantischen Gebieten (z. B. Reusten oder Nebringen) bereits im April 1932 bei den Landtagswahlen teilweise weit über 50% (in Reusten über 60%) erreichte.
    Zu dem von mir geplanten Beitrag:
    Ich werde ihn trotz der offenkundig unterschiedlichen Sichtweisen herstellen. Die Buchvorstellung wird gekürzt und um eine Schilderung und Wertung der aktuellen Vorkommnisse um die Einweihung des Doku-Zentrums am 6. Juni erweitert. Dazu kurz Ausschnitte aus einem Gespräch, das ich gestern mit Mordechai Ciechanower, einem der letzten Überlebenden des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen, geführt habe. Er ist seit Freitag in Deutschland, besucht in dieser Woche Schulen (z. B. Goldberggymnasium Sifi) und Kirchengemeinden der Region und wird bei der Einweihungsfeier „auftreten“. Wenn am Rande der Einweihungsveranstaltung etwas passiert, dann werde ich dazu im Studio (also live) etwas sagen.
    Ich werde den Beitrag so machen, wie ich es für richtig halte und werde, was Sprachklang und Technik angeht, mein Bestes geben. Ich denke, dass ich das Produkt bis Mittwochabend fertig habe.

    Gruß! Helmut

    > Am 28.05.2010 um 15:55 schrieb burkhard:
    >
    > Das ist interessant, was da in dem Artikel steht und sicherlich nicht einfach zu
    > behandeln, wenn man den tradierten Argumenten mal nicht blind folgt. Wenn Du also einen
    > originellen Ansatz findest, der auch die Widersprüchlichkeit der Angelegenheit behandelt –
    > damals bringt die Bevölkerung Juden um, heute setzt sie den Toten ein Denkmal; das
    > Denkmal soll die Öffentlichkeit für die damalige Zeit sensibilisieren, der NPD-Mann soll
    > aber nicht zu dieser Öffentlichkeit gehören; ein Kreisrat der NPD wird demokratisch
    > gewählt, aber nicht demokratisch geladen – mache ich bezüglich Redaktionsschluss gerne
    > eine Ausnahme.
    >
    > Natürlich ist es intersesant, wenn z.B. ein Herr oder Frau C. Windhorst an Hrn.
    > Nowak schreibt und seinen Brief ausgerechnet damit einleitet, dass er/sie ‚als
    > gläubiger Katholik sich schwer mit der NPD tut und meint anfügen zu müssen, dass er wohl
    > auch nicht zu seinem Wählerpotential gehöre‘. Faschisten und Katholiken passten schon
    > immer eher gut als schlecht zusammen, weshalb die Entgegnung von Nowak richtig ist,
    > wenn er schreibt : „Grundsätzlich stehen wir als Partei Christen selbstverständlich
    > NICHT feindlich gegenüber. Ich selbst komme aus dem katholischen Oberschlesien und
    > wurde entsprechend getauft…“
    >
    > Man mag mit einem Finger auf jemanden zeigen….. (den Rest kennst Du).
    >
    > Gruß, Burkhard.

    > > Am 28.05.2010 um 15:07 schrieb Helmut Vogel:
    > >
    > > Hallo Burkhard,
    > >
    > > auf Grund aktueller Vorkommnisse ist es nötig, den Beitrag der Buchbesprechung
    > > über das KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen ganz neu zu machen. Diese
    > aktuellen
    > > Vorkommnisse kannst du im Anhang nachlesen (Stuttgarter Zeitung von heute).
    > > Ich hoffe, der Beitrag ist willkommen, obwohl ich ihn logischerweise erst am
    > > Sonntag 6. 6. (da findet die Einweihung/Eröffnung statt), also erst am Tag vor
    > der
    > > Sendung (Montag) liefern kann.
    > >
    > > Ist das so ok?
    > >
    > > Gruß! Helmut
    > >
    > >