Buchbesprechung
"Jeder Mensch hat einen Namen" (Helmut)

Hier findet Ihr einen Beitrag (12,30Min) mit einer Buchbesprechung. Das Buch „Jeder Mensch hat einen Namen“ befasst sich mit dem KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen bei Herrenberg und wurde u. a. von Volker Mall, einem Anstifter, geschrieben. Nach einer kurzen Einführung folgt ein Interview mit Volker Mall.

Wenn der Beitrag nicht mehr in die nächste Sendung passen sollte, können wir ihn im Juni senden.

Bis Mittwoch. Gruß! Helmut

0 Gedanken zu „Buchbesprechung: "Jeder Mensch hat einen Namen" (Helmut)

  1. Helmut, ich glaube, dass Du an der Qualität des Tons noch etwas machen könntest/solltest. Das hört sich an wie der Deutsche Bank-Beitrag. Das wäre nur gerecht angesichts Deiner radiogenen Stimme, findest Du nicht?
    Burkhard.

  2. Liebe Radiomacher/innen,
    ich will es rasch loswerden: ich fand die Redaktionssitzung heute (5.5.) ziemlich ätzend. Das mag teilweise auch an meiner eigenen schlechten Laune, die ich schon mitgebracht habe, gelegen haben. Aber es ist auch ein objektiv bestehendes Problem sichtbar geworden. Wir, die Redaktionsmitglieder, sind keine Profis, das ist das eine. Aber trotzdem hat jede/r von uns eine Vorstellung davon, wie sie/er ihre/seine Beiträge gestalten will. Und ich denke, dass der AnstifterFunken alles Mögliche vertragen kann, dass die Redaktionsmitglieder die Beiträge in ihrer Unterschiedlichkeit was Konzeption und Inhalt anbelangt, „ertragen“ können müssen:
    Lockere Plaudereien, die angebracht sind, wenn das Thema es hergibt und Unschärfen nicht so ins Gewicht fallen.
    Gedichtvortrag, auch wenn einem die Vortragsdiktion (und möglicherweise das ganze Gedicht) nicht so gefällt.
    Oder durchstrukturierte (von manchen als „trocken“ empfundene) Beiträge, wo jede Formulierung überlegt ist (weil das schwierige/heikle Thema dies erfordert).
    Wir sind unterschiedliche Typen mit jeweils unterschiedlichen Vorstellungen davon, was sie/er zur Sendung beitragen will. Das sollten wir uns gegenseitig zugestehen. Wenn wir dies nicht tun, werden Redaktionssitzungen wenig Vergnügen bereiten und sie werden auch nicht motivierend sein.
    Das heißt natürlich nicht, dass Kritik/Verbesserungsvorschläge nicht erlaubt sein soll(en). Aber das muss sehr konkret sein (z.B. Tonqualität oder Sprechtempo usw.) und das kann nur auf der Grundlage der genauen Kenntnis der abgelieferten Beiträge geschehen. Wenn man kritisiert, muss man sehr gut vorbereitet sein (das sage ich auch mir). Alles andere ist eher destruktiv.
    So sehe ich das.
    Gruß! Helmut

    1. Hallo Helmut!
      Erstmal finde ich es sehr gut, dass Du diese Möglichkeit hier im Web nutzt.

      Von dem Spaßmacher/Kabarettisten Olaf Schubert ist jetzt ein Buch erschienen, das einen Titel trägt, der mich anspricht und betrifft: „Wie ich die Welt retten würde, wenn ich Zeit dafür hätte“. Und betreffen tut das, was da im Titel steht, nicht nur mich! Ich stimme Dir vollkommen überein, Helmut, dass das gestrige Redaktionstreffen „ätzend“ war. Und dass das nicht unwesentlich an mir gelegen hat, gebe ich zu. Ich entschuldige mich dafür, möchte mich aber auch erklären.
      Es ist mir ein Bedürfnis im Rahmen der AnStifterFunken eine Radiosendung hinzubekommen, die sich an Formaten, Techniken, Formen, Themen und Inhalten „orientiert“, die in anderen Radios häufig von Leuten erstellt werden, die dafür bezahlt werden. Die aber nicht dadurch schon allein gute Sendungen machen, dass sie bezahlt werden. Wichtiger ist mir, dass hier bestimmte Standards vorgegeben und gepflegt werden, die zum Radiomachen gehören. Das Potenzial des Freien Radios für Stuttgart und auch der AnStifterFunken liegt nun einerseits darin, dass wir nicht bezahlt weil „frei“ sind, dass es aber andererseits ein Medium gibt (das Radio), dem wir durch unsere Tätigkeit zu entsprechen haben. Und das geht nicht ohne Üben, ohne Kritik, ohne Neugierde und ohne den Wunsch es beim nächsten Mal besser zu machen. Auf die Frage, ob ich Klavier spielen kann, kann ich nicht antworten, dass ich es nicht weiß, weil ich es noch nicht ausprobiert habe. Warum sollte es beim Radio anders sein. Und warum sollten die Vorstellungen, die jeder von uns davon hat, wie Beiträge gestaltet werden, Grund dafür sein, dass wir gegenseitig das ertragen müssen. Beim Klavierspielen ist das auch nicht so. Das Freie Radio (im Gegensatz zum Klavier) hat aber den Vorteil, dass dieses gegenseitige Ertragen thematisiert werden kann und die Möglichkeit bietet, gemeinsame Radio-Erfahrung von Menschen VOR UND HINTER dem Mikrofon gemeinsam zu reflektieren – und in einer Welt, in der es mitunter an „gemeinsamen“ Erfahrungen mangelt, ist das schon nicht schlecht. Und damit ist ein für mich wichtiger Begriff medialen Schaffens gefallen: Erfahrung. Erst dadurch, dass wir etwas hörbar machen, haben wir Chancen es erfahrbar zu machen. Weil nur der geübte Ornithologe im Wald die Lerche hört, müssen wir den Wald (das Radio) so gestalten, dass nicht nur Ornithologen uns zuhören und verstehen. Das Bedarf einer großen Klarheit der Sprache (einfache Sätze, kurze Worte), des Sprechens (Nähe zum Mikrofon, ruhiger Atem, Pausen, Betonungen, …) und des Gesprochenen (eigene, reflektierte Erfahrungen, Aktualität, Anknüpfen an Gemeinsamem..).
      Erfahrung ist aber auch in vielerlei Hinsicht Teil unserer Beiträge. Wir verfassen keine Pamphlete oder lesen Texte, die wir irgendwo aufgeschnappt haben. In einem Beitrag steckt insofern stets Arbeit. Und Arbeit ist wohl einer der grundlegendsten Arten von Erfahrung. Und je höher, sagen wir mal, die „Vortragsform“, auf die wir uns einlassen, ist, um so mehr Arbeit wird in dieser Vortragsform stecken müssen, wenn wir ihr dann entsprechen wollen und damit sie „funktioniert“. Fremdes muss erarbeitet, angeeignet, „erfahren“ werden. Nichts ist dagegen einzuwenden, auch fremde (Wort-)Beiträge zu senden, Beiträge anderer Redaktionen, die uns gefallen, Beiträge anderer Quellen (Lesungen)… Mit der Musik, die wir während der Sendung spielen, gehen wir ja auch so um. Und niemand würde es anzweifeln, dass, wollten wir selbst singen, wir tüchtig üben müssten, um es den Hörern und Hörerinnen Recht zu machen.
      Kritik – und da liegt Helmut ABSOLUT richtig – sollte aber immer konkret und auf der Grundlage der Kenntnis der kritisierten Beiträge geäußert werden. Da bin ich fahrlässig gewesen und verspreche Besserung. Ich hätte mir am Mittwoch noch einmal die Zeit nehmen müssen, um die Beiträge ein zweites Mal vollständig anzuhören. Gruß, Burkhard.

  3. Buchbesprechung:

    Irgendwas ist mit dem Klang der Stimme. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es der Raum ist, den man da hört, ober der reduzierte Frequenzbereich des Mikrofons. Inhaltlich finde ich die Einleitung etwas zu umständlich, weil hier zuviel Angaben gemacht werden, die das Verständnis des Gesagten für mich nicht erhöhen.
    Zwischen Haifingen-Taifingen und Mordekei Tschiechanova (?) kann man schon mal die Orientierung verlieren. Und warum erwähnst Du, dass Mordekei ein Mensch ist? Ist das eine Information? Und die „Selektion“, was ist das? Ich fürchte Mengele hätte das, was er dort getan hat, auch gerne so genannt. Einen anderen Begriff, den man wohl auch besser auf Deutsch sagt, ist „deportiert“.
    Du sagst, nachdem Du erwähnst, dass „seine Mutter und seine beiden Schwestern“ vergast wurden und „er“ sie auf der „Rampe zum letzten Mal sah“, dass „er“ die beiden folgenden Jahre als Dachdecker im Lager Ausschwitz…“ Dann fältt eine ganze Zeit nicht mehr das Name „Mordekei“. Fast eine Minute lang. Als dann angeschlossen wird, dass „Tschiechanova“ im Fußmarsch zum Flugpatz Haifinen-Taifingen kam – ganz kurz musste ich überlegen, wer noch mal „Tschiechanova“ war. Die Ortsangaben, die sich nach ca. 1’20 Minuten häufen, sind für mich überflüssig und neigen wieder dazu Daten zu berichten statt Informationen zu geben. Und warum musste eine „Truppe“ im benachbarten Steinbruch arbeiten? Truppe, so Wikipedia „.. bezeichnet die Gesamtheit der Streitkräfte eines Staates oder einer der Teilstreitkräfte, besonders des Heeres.“ Das willst Du doch tatsächlich nicht sagen, oder? Richtiger ist, was Du später sagst „Gruppe“. Und dann wieder die Ortsangaben, kaum das man weiß, weilcher Gefahr Mordekei ausgesetzt war bei seiner Arbeit. Und, ehrlich gesagt, mir geht das Haifingen-Taifingen auf den Keks – wenn ich das mal so ausdrücken darf. Und wofür diese Zahlenreihe: „600 Juden, die 1944 nach Haifingen-Taifingen „deportiert“ wurden – „verschleppt“ finde ich eine treffendere Bezeichnung – hat wohl nur die HÄLFTE, möglicherweise sogar nur ein VIERTEL die Befreiung durch die Alliierten überlebt. 190 – 190 was? – kamen in Haifingen-Taifingen ums Leben. Vor 267 Häftlingen sind inzwischen Todesdaten und Todesort bekannt. Das Schicksal von 200 Häftlingen ist bis heute ungeklärt. Von 124 jüdischen Häftlingen wissen die Autoren …, dass sie überlebt haben.“ Gibt es bei soviel Zahlen auch ein Ergebnis? Rechnen wird wieviele getötet wurden, übrig blieben oder wieviele unbekannt geblieben sind? Das Telefonat ist für mich eine Erholung. Hier springt einen aber vorher noch Deine Stimme an. Vielleicht ist sie etwas zu laut. Auch ist die Reihung der KZ-Namen wenig dienlich, sagt sie doch nur, dass es eben in Baden-Württemberg Vernichtungslager gab. Hier gibt es wieder einen Konflikt zwischen Daten und Informationen; die einen stehen dem anderen leicht im Weg. Und natürlich fällt wieder der Name Haifingen-Taifingen, den ich wohl nicht mehr vergessen werde. Und er fällt in der etwas langen Frage sogar zwei Mal. Die Telefonaufnahme finde ich, soweit ich es noch nicht erwähnt habe, gut und klar und ausreichend laut. Da neigt aber im Ton etwas zu einer Rückkopplung. Und wie könnte es anders sein, auch die folgende Frage enthält den HaifiTaifi-Ort. Die Frage besteht aber nicht nur aus einer Frage, sondern sie enthält Informationen, die ich vom Befragten erwartet hätte, die dieser aber („Historiker“) korrigiert. Wieso keine einfache Frage: „Was hat Euch bewogen, das Buch zu schreiben?“ Die Frage, die die Unterstüztung durch die Bevölkerung thematisiert IST kürzer, einfacher und verständlicher. Dann wird es wieder umständlicher, statt zu fragen, „Welche weiteren Pläne haben Sie?“ oder ähnlich. Dann folgt eine letzte Frage, die keine Frage ist, sondern auf den Besuch von Mortekai anspielt. Unklar ist, ob das Interview zu Ende ist oder ob noch etwas kommt. Die Aufnahme von Mortekai ist für mich unbrauchbar – aber das hattest Du ja auch festgestellt. Gut finde ich wieder die Frage, wie die Autoren Mortekai gefunden haben. Aber der Interview-Partner spricht jetzt den Nachnamen anders aus. Gegen Ende werden Fragen und Antworten flüssiger.
    Ich persönlich würde etwas anders vorgehen – wenn Du es mir erlaubst. Ich würde das Interview stärker in den Mittelpunkt stellen und früher erwähnen, wie und warum das Buch so heißt: Jeder Mensch hat einen Namen. Wenn ich mich dann noch weiter aus dem Fenster lehne, um Dinge zu sagen, nach denen ich so nicht gefragt wurden, würde ich den Beitrag um mindestens die Hälfte möglicherweise sogar auf ein Viertel (ca. 3’00 Minuten) kürzen, schon um die stolze Zahl von 14 Nennungen von Haifingen-Taifingen zu vermeiden. Oder war es Taifingen-Haifingen? Gruß, Burkhard.