Arne Hornung aus Kolumbien
"1. Mai"

Nach einer Weile melde ich mich mal wieder. Unsere Projekte nehmen nach und nach mehr Gestalt an. Bis Montag werden wir alle Aufnahmen für unsere Doku haben, dann macht sich Santiago ans Schneiden. Ich bin schon gespannt wie das Endprodukt aussehen wird.

Für das Buch sind fünf von zwölf Interviews geführt und die ersten drei Texte geschrieben, zwei auch schon auf spanisch übersetzt. Zudem einige Fotos gemacht. Es ist schön die Fortschritte zu sehen. Und sehr interessant den Menschen zuzuhören. Sehr bewegend, vor allem beim zweiten Mal hören.Unsere Theaterworkshops laufen schleppend. ‚Es ist schwierig Kontinuität hinzubekommen. Manchmal kommen die Teilnehmer nicht. -oder es kommen komplett andere, oder wir können nicht kommen, da der Transport aus irgend einem Grund nicht funktioniert. Die Male, die wir es durchführen konnten, waren sehr positiv. Die Leute waren mit Spaß an der Sache dabeei. Aber ich habe so meine Zweifel, dass ein Prozess zusatnde kommt.Am Samstag waren wir auf der 1.Mai Demo, neben den üblichen Gründen an der Demo präsent zu sein, haben wir zudem Aufnahmen für die Doku gemacht und Fotos für das Buch.
Zwei von der Gruppe Circulino, die ihren Sitz in dem Haus haben, wo ich wohne, haben eine zehnminütihe Performance gegen Polizeigewalt gemacht. Die war sehr ergreifend, Gänsehaut Stimmung. Ansonsten das übliche Spiel, Ausschreitungen, Polizeigewalt. Demnächst etwas ausführlicher.

(Anm.d.Red.: Arne ist Anfang Herbst 2009 für ein Jahr nach Kolumbien gegangen. Er wollte in einem Projekt für die Resozialisation von Kindersoldaten arbeiten. Vor seiner Abreise war er Gast in der Sendung AnStifterFunken des Freien Radios für Stuttgart. Sein Aufenthalt in Südamerika wird von den AnStiftern unterstützt.)