Der tschechische Liedermacher, Schriftsteller, Dissident Jaroslav Hutka in Tübingen

Am Freitag, den 30.04.2010, um 20.00 Uhr findet im Club Voltaire in Tübingen das alljährliche deutsch-tschechisch-slowakische Treffen statt. Organisiert vom Slavischen Seminar und der Tschechisch-Slowakischen Gruppe der Universität Tübingen wird dieses Mal der berühmte Liedermacher Jaroslav Hutka auftreten. Der 1947 in Olmütz geborene Hutka unterzeichnete als politischer Dissident zusammen mit anderen Künstlern und Intellektuellen die Charta 77 und war Zeitzeuge der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei.

Nachdem er sich Ende 1966 seine erste Gitarre gekauft hatte, begann er bald darauf zusammen mit Freunden aufzutreten und eigene Lieder zu schreiben. Er war Mitbegründer der bekannten Folkloregruppe Šafrán und wurde mehrfach als „Liedermacher des Jahres“ ausgezeichnet. Da er unter dem kommunistischen Regime systematischer Schikane ausgesetzt war, emigrierte er 1978 in die Niederlande. Im Zuge der Samtenen Revolution kehrte er dann 1989 als erster Künstler aus dem Exil in die Tschechoslowakei zurück. Seine Lieder wurden zu allbekannten Hymnen des Umbruchs und der Freiheit. Seit 2006 komponiert Hutka wieder neue Stücke, wie er sagt: „Lieder mit Erotik, Politik und Landschaft“. Seine Musik, die sich durch ihre Tiefgründigkeit und sprachliche Verspieltheit auszeichnet, produziert er zu Hause in Eigenregie. Vor einigen Jahren gründete er den Musikverlag „Samopal“, über den seine CDs veröffentlicht werden.

Neben seiner Tätigkeit als Liedermacher und politischer Aktivist ist Hutka ebenso Schriftsteller und Dichter. Er hat bereits mehrere Bücher und Gedichtbände veröffentlicht. Längere Zeit lebte er unter anderem in Köln, Konzerte gab er nicht nur in Tschechien und der Slowakei, sondern auch im skandinavischen Raum, in Kanada, den USA und Australien.

Im Club Voltaire wird er nun sowohl alte als auch neue Stücke singen sowie Balladen aus seiner Heimatregion Mähren vortragen. Da an diesem Abend die Frage im Zentrum steht, wie die Gesellschaft in Tschechien und der Slowakei heute mit ihrer totalitären Vergangenheit umgeht, wird im Anschluss zum Dialog mit dem Liedermacher eingeladen. Für die Besucher bietet sich somit die seltene Gelegenheit, mit einem Idol der Samtenen Revolution ins Gespräch zu kommen und ungezwungen zu diskutieren. Ab 22.30 Uhr wird man dann den Abend mit Tanz und gemütlichem Umtrunk ausklingen lassen.

Für Studenten ist der Eintritt kostenlos, ansonsten beträgt der Unkostenbeitrag € 5,00.